[PM] GRÜNE JUGEND Göttingen solidarisiert sich mit der Plakataktion der „Blumenkinder“.  Diese haben mit ihrer Aktion auf die konstante Priorisierung des Autoverkehrs vor dem Radverkehr in Göttingen aufmerksam gemacht.

Das Coronavirus zwingt uns seit mehr als einem Jahr zum physical Distancing. Doch das gestaltet sich gerade im Stadtverehr nicht immer einfach:  in Bussen halten sich viele Menschen auf engem Raum auf, so dass es sinnvoll scheint, auf den Individualverkehr auszuweichen. Da wir neben der Pandemie auch noch tief in der Klimakrise stecken, wäre es schädlich, wenn nun mehr Menschen kurze Strecken mit dem Auto zurücklegen würden. Das Fahrrad jedoch ermöglicht eine emissionsfreie und äußerst flexible Art der Fortbewegung in Städten. Außerdem ist sie mit Hygienevorschriften gut zu vereinbaren.

Dazu das Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen Jennifer Grimling:
„Sei es der Klimawandel, Hygienemaßnahmen in der Pandemie oder die Sicherheit im Straßenverkehr, alles spricht dafür, dem Radverkehr eine höhere Priorisierung einzuräumen. Wir müssen weg vom motorisierten Individualverkehr und brauchen endlich eine wirksame Mobilitätswende!“

In Göttingen kann man sich bereits gut mit dem Fahrrad fortbewegen. Nach einer Umfrage des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) schnitt Göttingen bei den Radfahrer*innen jedoch lediglich mit der Schulnote befriedigend ab. Besonders bemängelt wurde das Gefühl von Sicherheit als Radfahrer*in. Das macht deutlich, dass die Verkehrssituation als Ganzes betrachtet werden muss: Der motorisierte Individualverkehr hat noch immer kaum eingeschränkten Vorrang.
Den Autos wird viel Platz eingeräumt und sie stellen mit ihrer Größe und Geschwindigkeit eine Gefahr für schwächere Verkehrsteilnehmer*innen dar. Bei den bereits eingerichteten Fahrradstraßen handelt es sich um kleine Nebenstraßen in schlechtem Zustand, was die Fortbewegung mit dem Fahrrad erschwert. An vielen Stellen fehlen Radschutzstreifen oder sicher getrennte und breite Fuß- und Radwege. Die Straßen Reinhäuser Landstraße, Bürgerstraße, Sandweg, Nikolausberger Weg und Hannoversche Straße stehen beispielhaft für Gefahrenstellen für Radfahrende.

„Der Ausbau einer sicheren Radinfrastruktur ist dringend notwendig. Wir fordern mehr Platz, mehr Sicherheit und die Priorisierung von Radverkehr und Fußgänger*innen gegenüber den sperrigen und dreckigen Autos die nicht in eine zukunftsfähige Stadt gehören.“, ergänzt Finn Kretschmer, Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen und Kandidat für den Kreistag.

Im Frühjahr 2020 wurden in vielen Städten Pop-Up-Radwege eingerichtet. Das bedeutet, dass kurzfristig mindestens eine Autospur für den Radverkehr bereitgestellt wird. Der dazugewonnen Platz steigert die Attraktivität des Radfahrens. Außerdem zeigten die langen Schlangen vor Fahrradgeschäften im Sommer letzten Jahres, dass die Menschen bereit sind, auf das Fahrrad umzusteigen. Die kurzfristig geschaffenen Pop-Up-Radwege können ein Anfang sein, um die Mobilität in Städten wie Göttingen zukunftsgerecht, klimaneutral und sicher umzugestalten.