Während der Pandemie wurden gerade junge Menschen kaum mitgedacht. Aus organisatorischer Sichtweise mag das digitale Semester ganz gut zu funktionieren, natürlich abgesehen von Internetstörungen, fehlender Literatur und paralleler Kinderbetreuung. Auch die Verlängerung der Regelstudienzeit, die in Niedersachsen fast ein halbes Jahr dauerte, brachte für viele Studierende eine Erleichterung. Worunter aber viele mindestens genauso gelitten haben, waren die fehlenden sozialen Interaktionen. Egal ob in der Vorlesung, Übung oder der Mensa, abends unter freiem Himmel oder zufällig bei einer Party, als Studierende begegnet man eigentlich ständig bekannten Gesichtern. 
Für die meisten jungen Menschen war dies (selbstverständlich) im letzten Jahr nicht möglich. Ohne großen Widerstand wurde zugunsten gefährdeter Gruppen auf Freizeitaktivitäten, Treffen oder gemeinschaftlichen Sport verzichtet. Gleichzeitig war von Anfang an klar, dass wir diejenigen sind, die am längsten auf den Impfstoff warten müssen.
Die Vorkommnisse auf der „Partymeile Wilhelmsplatz“ stellen unsere Generation unter Generalverdacht, rücksichtlos feiernd die niedrigen Inzidenzen in der Stadt zu gefährenden.

Dazu die Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Göttingen, Nele Wolf:
„An einem warmen sommerlichen Abend ist es nur selbstverständlich, dass es Menschen nach draußen zieht. Zehn Menschen aus drei Haushalten sind derzeit erlaubt und daran halten sich auch die meisten. In Göttingen ist es allerdings so, dass es kaum Aufenthaltsplätze mit Wohlfühlcharakter wie den Wili gibt. Bei der Größe reicht es allerdings schon aus, wenn sich vier Gruppen gleichzeitig auf dem Platz befinden, dass es nach einem Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen aussieht. Wenn dann auch noch die Personen dazukommen, die bereits geimpft oder genesen sind, verschwimmen die Grenzen zwischen den Gruppen.“

Ergänzend dazu Viviane Depping, Vorstandsmitglied:
„Die Zusammentreffen auf dem Wili zeigen uns mehr als deutlich: Wir brauchen mehr zentrale Orte des Zusammentreffens. Auf dem Wili gibt es Sitzmöglichkeiten, umliegende Kioske und im Gegensatz zum Cheltenhampark ist der Platz beleuchtet. Bereits vor der Pandemie war dieser Ort immer sehr beliebt und auch die stärkeren Kontrollen in den nächsten Wochen werden das Lärmproblem langfristig nicht lösen können.“

Die GRÜNE JUGEND Göttingen fordert daher, dies bei der Umgestaltung des Cheltenhamparks und des Albaniplatzes zu berücksichtigen und mehr qualitativ hochwertige Aufenthaltsplätze zu schaffen.