Am vergangenen Freitag kritisierte die Junge Union Göttingen (JU) in einer Pressemitteilung die fehlende Abgrenzung von Fridays for Future zu „linksradikalen“ Gruppen.  Auch wenn sie die rege Beteiligung am Klimastreik befürworteten, betonten sie selbst, die Fridays for Future Demonstration zu meiden. So schlugen sie nach eigenen Angaben auch eine Anfrage von Fridays for Future aus, auf einer ihre Veranstaltungen zu sprechen.
Als Grund führten sie an, dass einige Demonstrierende gegen das „demokratische, gesellschaftliche System“ kämpfen würden. Dabei verwechselten sie berechtigte Kapitalismuskritik mit einer staatsfeindlichen Haltung. Dass unbegrenzter Kapitalismus aufgrund endlicher Ressourcen bei gleichzeitig stetigem Wachstum einem wirksamen Klimaschutz diametral entgegensteht, ist keine „linksextreme“ oder staatsfeindliche Position, sondern naheliegend. Im derzeitigen System können die  Klimakrise und die damit verbundenen schwerwiegenden Folgen für zukünftige Generationen nicht verhindert werden, wie die regelmäßigen Verfehlungen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens beweisen. 
Dazu die Sprecherin Leonore Merth: 
„Wir kritisieren die Äußerungen der Jungen Union Göttingen scharf. Dieser populistische Versuch, Teile der Fridays for Future Bewegungen als „linksextrem“ zu diskreditieren, zeigt nur einmal mehr, dass Politik ohne eigene Inhalte nur durch das Schlechtmachen von aktiven politischen Bewegungen funktioniert. Das ständige Schieben von grüner Politik in die „linksextreme“, antidemokratische Ecke schädigt dem demokratischen Diskurs langfristig. In diese problematische Entwicklung reiht sich die Ablehnung der JU ein, mit Fridays for Future Göttingen in den Dialog zu treten.“
Ergänzend dazu das Vorstandsmitglied Jana Schröder: 
„Die politischen Äußerungen der JU gehen außerdem an der Mentalität ihrer Generation vorbei: Während junge Menschen sich um ihre Zukunft sorgen und deswegen in unserer Demokratie ihren Anspruch zum Mitreden und Mitgestalten geltend machen wollen, bleibt die JU in ihrer destruktiven Haltung stecken. Auch das kürzlich veröffentlichte Lippenbekenntnis von 29 Unionsabgeordneten, also nur ca 12% der Fraktion, die ein gemeinsames Klimapapier vorgeschlagen haben, welches auf einen Klimaschutz mit „marktwirtschaftlich verträgliche[n] Lösungen“ abzielt, zeigt zudem, wie wenig Verständnis von der Gesamtthematik bei der CDU vorliegt und dass bei ihr kein ernsthaftes Interesse an einer sozial gerechten und wirkungsvollen Klimapolitik besteht.“
Wir solidarisieren uns mit den Teilnehmenden der Demonstration von Fridays for Future. Wir sind alle Antifa.