Die GRÜNE JUGEND (GJ) Göttingen unterstützt die Forderung der Grünen Landtagsfraktion und der GJ Niedersachsen, das momentan laufende Sommersemester nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. Zudem wird gefordert, ein Soforthilfe-Programm für Studierende, die durch die momentane Corona-Pandemie in finanzielle Notlagen geraten sind, zu installieren. Außerdem soll die Landesregierung sich kurzfristig durch Soforthilfen und langfristig durch einen deutlich höheren Anteil an der Finanzierung des „Studentwerks“ beteiligen. Die zuletzt genannten Forderungen werden unter anderem auf Initiative der GJ Göttingen am 15. Mai im Göttinger Stadt-Rat in Form einer Resolution behandelt.

Felix Hötker:
Wir müssen in diesen Zeiten viele Aspekte von Krisen zusammen denken. Die derzeitige Corona-Krise stellt auch Studierende vor eine große Herausforderung. Neben dem Umstieg auf eine rein digitale Lehre fallen für viele Studierende geringfügige Beschäftigungen weg, die oftmals die Existenz sichern. Dadurch droht vielen Student*innen eine prekäre finanzielle Situation. Trotz der Umstellung bleibt der Leistungsdruck durch Konstrukte wie die Regelstudienzeit bestehen, obwohl es vielerorts technische Probleme in universitären Abläufen gibt. Studierende müssen nun psychisch und finanziell entlastet werden. Darum fordern wir, dass dieses Semester nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet wird und dass unbürokratische Lösungen gefunden werden müssen, um eine existenzsichernde Finanzierung zu gewährleisten.

Julia Schmidt ergänzend:
Schon vor der Corona-Krise waren viele Studierende in finanziell prekären Lagen. Das fußt unter anderem auf den hohen Wohnkosten in Universitätsstädten wie Göttingen. Auch in den vom „Studentenwerk“ bereitgestellten, eigentlich vergünstigten Wohnheimen stiegen die Mieten zuletzt rasant an. Dies hängt vor allem mit dem niedrigen Anteil der Niedersächsischen Landesregierung an der Finanzierung des „Studentenwerks“ zusammen. In diesen Zeiten des Corona bedingten Jobverlusts wiegen diese Mehrkosten noch schwerer. Wir folgen den Forderungen des Bündnis SOS Studiwerk Göttingen und fordern die Niedersächsische Landesregierung auf, ihrer Pflicht nachzukommen. Die Finanzierung des „Studentenwerks“ muss kurzfristig, aber vor allem langfristig massiv ausgebaut werden. Studieren muss auch in Krisenzeiten sozial gerecht sein und es bleiben!