Die GRÜNE JUGEND (GJ) Göttingen
schließt sich der Forderung des Göttinger Bündnisses „Lager
auflösen jetzt!“ an, alle Göttinger Sammelunterkünfte für
Geflüchtete aufzulösen. Das Bündnis berichtet in einem offenen
Brief von einer desolaten Sicherheitslage in Bezug auf die
Corona-Pandemie und fordert unter anderem Oberbürgermeister Köhler
auf, jetzt humanitäre Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es um
die Unterkünfte Carl-Giesecke-Straße, Albrecht-Thaer-Weg,
Hannah-Vogt-Straße, Rosenwinkel und Schloss Wollerhausen.

Nele Wolf (Sprecherin):
Die Lage von flüchtenden Menschen auf
der ganzen Welt, aber auch in Göttingen, ist in Zeiten von Corona
noch prekärer als ohnehin. Viele Menschen müssen auf engsten Raum
zusammenleben, womit das sogenannte „Social/ Physical Distancing“,
also das Abstandhalten voneinander, nicht möglich ist. Zudem fehlen
in vielen Göttinger Sammelunterkünften die notwendigen hygienischen
Voraussetzungen, wie Desinfektionsmittel, um die Ausbreitung des
Virus zu verlangsamen. Wenn wir diese Krise als Gemeinschaft bewältigen
möchten, dürfen menschengemachte Unterschiede, wie Aufenthaltsstatus
keine Rolle mehr spielen. Wir fordern: Löst die Lager auf – jetzt!

Felix Hötker (Sprecher):
Die letzten Wochen haben es gezeigt.
Immer mehr Menschen wollen nicht mehr hinnehmen, dass rund 20.000
Menschen auf den griechischen Inseln einer humanitären Katastrophe ausgesetzt sind. Auch hier in Göttingen müssen wir auf die
Lage von Geflüchteten hinweisen. In den letzten Tagen und Wochen
wurde von zivilgesellschaftlichen Initiativen immer wieder darauf
hingeweisen, dass es auch in Göttingen Alternativen für die Unterbringen gibt. Leerstehender Wohnraum und Hotels müssen bereitgestellt werden um jenen, die auf engstem Raum zusammenleben, Schutz zu bieten. Wir fordern nun Oberbürgermeister Köhler, Sozialdezernentin Broistedt und Wohnungsamtleiterin Munke auf, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Für ein grenzenlos solidarisches Göttingen!