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Das Portal RegionalGoslar.de hat die Pressemitteilung aufgegriffen. Die Polizei leugnet im Artikel den Einsatz der Göttinger BFE. Wir erklären darin, warum das Unfug ist. 
1000 Menschen haben gestern in Goslar gegen circa 70 Neonazis von der als Partei getarnten Nazigruppierung „Die Rechte“ demonstriert und ein starkes Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Im weiteren Umfeld der Kundgebung kam es zu gewalttätigen Übergriffen der eingesetzten Polizeikräfte. Beteiligt waren wieder einmal Züge der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“ (BFE), darunter auch die besonders umstrittene Göttinger Einheit.
Ein Mitglied der GJ Göttingen berichtet aus Goslar: „Besonders eine Situation war für mich erschreckend und unverständlich: Gegendemonstrant*innen kamen gerade auf der gegenüberliegenden Seite der Nazi-Kundgebung an, getrennt durch das mehrere Meter tiefer liegende Gleisbett. Es gab keine Möglichkeit hinüberzugelangen, trotzdem hat die Polizei es für nötig erachtet, mit Hilfe mehrerer BFEn und massivem Gewalteinsatz durch Tritte und Schläge die Proteste aufzulösen und die Menschen anschließend zu kesseln. Protest in Hör- und Sichtweite der Nazi-Kundgebung ist nicht verboten, es gab keine rechtliche Grundlage für den völlig überzogenen Einsatz. Wir verurteilen zudem die brutale Festnahme mehrerer Menschen.“
Ein anderes GJ-Mitglied weiter: „Ich habe die Befürchtung, dass die Göttinger BFE das „Auswärtsspiel“ genutzt hat, um ihre Gewaltaffinität auszuagieren. In Göttingen wird die umstrittene Einheit seit der letzten Eskalation der Polizeigewalt im April 2014 strikt an der kurzen Leine gehalten und darf sich nichts mehr erlauben. Ich hatte das Gefühl, dass einige Beamte es jetzt geradezu genossen haben, Gegendemonstrant*innen respektlos und herablassend zu duzen, zu beleidigen, herumzuschubsen und anderweitig zu schikanieren.“
Das GJ-Mitglied abschließend: „Wir kritisieren auch, dass gegen mehr als zwei Dutzend Demonstrant*innen Verfahren wegen angeblichen schweren Hausfriedensbruchs in einem Hotel eingeleitet wurden. Die Verantwortlichen des Hotels „Der Achtermann“ wirkten überfordert. Die Anzeige ist wohl eher auf das Einwirken der Polizei zurückzuführen, als auf den Willen der Hotelleitung, Antifaschist*innen zu kriminalisieren, die sich Neonazis und der aktuellen rassistischen Pogromstimmung in Teilen Deutschlands entgegenstellen. Es ist kein Sachschaden entstanden und niemand wurde verletzt. Wir gehen davon aus, dass die juristisch nicht haltbaren Anzeigen ins Leere laufen werden und eine gütliche Einigung aller Beteiligten möglich ist.“
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Goslar-protestiert-gegen-Neonazi-Demo,neonazis226.html