Critical mass
Ab dem 27. März soll es wieder regelmäßig eine Critical Mass in Göttingen geben. Sie wird jeden letzten Freitag im Monat stattfinden. Die GRÜNE JUGEND Göttingen unterstützt das Ansinnen und ruft alle Bürger*innen Göttingens auf, daran teilzunehmen, um auf die Rechte von Fahrradfahrer*innen und sonstigen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen aufmerksam zu machen.
Termin März: 27.3.2015, 17:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz
Termin April: 24.4.2015, 16 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz
Facebook-Seite der Critical Mass Göttingen

Für die Critical Mass am 27. März gibt es folgenden Aufruf, den die GRÜNE JUGEND Göttingen unterstützt:

Critical Mass – die Straße gehört uns allen
Der öffentliche Raum in der Stadt ist knapp und wird größtenteils als Straße genutzt. Bei  der baulichen Gestaltung und dem Betrieb von Straßen ist das Leitprinzip der Verkehrsfluss – und damit ist in erster Linie der ungehinderte Fluss des automobilen Verkehrs gemeint. Andere VerkehrsteilnehmerInnen wie FußgängerInnen und RadfahrerInnen werden dadurch ausgebremst – zu unnötigen Wartezeiten und Umwegen gezwungen. RollifahrerInnen und RollatornutzerInnen werden bei der Gestaltung des Straßenraumes ebenfalls viel zu wenig berücksichtigt.
Eine geeignete Aktionsform, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, ist die „critical mass“. Sie ist eine Form der direkten Aktion, die 1992 zum 1. Mal in San Francisco ausprobiert wurde und seitdem an vielen Orten praktiziert wird – in einigen deutschen Städten regelmäßig einmal im Monat. Die Sache ist ganz einfach – und auf den ersten Blick sehr verblüffend: 15 (und mehr) Fahrräder, die in einer Gruppe unterwegs sind, gelten hierzulande als „geschlossener Verband“ im Sinne des Verkehrsrechts. Sie dürfen nebeneinander fahren und Kreuzungen als geschlossene Gruppe passieren, auch wenn die letzten erst bei Rot ‚rüberfahren. Das bringt natürlich den Kreislauf vieler AutofahrerInnen so richtig in Wallung – und das nicht etwa, weil sie sich mal richtig bewegen würden …
Die „critical mass“ ist keine Demo im Sinne des Versammlungsrechts. Somit kann die Staatsmacht auch keine Route vorgeben. Wichtig ist, dass diejenigen, die sich Ort und Zeit für die Aktion ausdenken und dazu einladen, den Bütteln nicht bekannt sind, damit nicht gegen sie bzw. die Veranstaltung vorgegangen werden kann. Ein informativer Artikel zu diesem Thema: http://www.tagesspiegel.de/berlin/critical-mass-in-berlin-polizei-kapituliert-vor-radfahrern/10129468.html.
Übrigens: Nicht nur hier, sondern auch bei Wikipedia und anderswo könnt Ihr lesen, was in der BRD und weltweit passiert, und Euch schöne Fotos angucken – sucht einfach mal nach „critical mass“.
Tja –  nun stellt sich natürlich die Frage: Warum nicht auch bei uns in Göttingen? Und weil uns darauf beim besten Willen keine Antwort einfällt, wollen wir ab März einmal im Monat gemeinsam durch Göttingen radeln, Spaß haben und zeigen, dass die Straße uns allen gehört und nicht nur dem motorisierten Verkehr! Dieser bekommt viel mehr Raum  und wird bevorzugt, obwohl er durch Lärm und Abgase extrem gesundheitsschädlich ist und eine direkte Gefahr für Leib und Leben darstellt: Wer nicht rechtzeitig anhält oder ausweicht, läuft Gefahr, plattgemacht zu werden. Wir wollen raus aus der Steinzeit des Straßenverkehrs, in der das Recht der Stärkeren zählt. Wir wollen hierarchiefreien Straßenverkehr – gleiches Recht und gleichen Raum für alle!
Deshalb nutzen wir die Möglichkeiten, die uns das Verkehrs- und das Versammlungsrecht bieten, für diese Form der direkten Aktion und treffen uns am Freitag, dem 27.3.2015 um 17:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz zum gemeinsamen Radeln unter dem Motto
„Wir blockieren nicht den Verkehr – wir sind der Verkehr! Reclaim the streets and let’s have fun!“
Ab April schließen wir uns der Einfachheit halber dem Facebook-Aufruf an und rufen zum gemeinsamen Radeln um 16 Uhr auf. Und natürlich sagen auch wir:
Bring your bikes.
Bring your family and bring your friends.
And bring your lights!
Habt Spaß und fahrt vorsichtig.