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+++ Nazi-Aufmarsch wurde vom Anmelder auf Grund der zu erwartenden starken Proteste abgesagt! +++ Frühlingsfest findet trotzdem statt! +++Mobilisierung läuft weiter, kauft Bustickets!+++
Gemeinsame Busanreise nach Güntersen: Das Göttinger Bündnis gegen Rechts organisiert für den 28. Februar 2015 eine gemeinsame Anreise aus Göttingen nach Güntersen zu den antifaschistischen Aktionen, Demonstrationen und Blockaden. Tickets für die Busse können ab 3 Euro (ermäßigter Preis) an verschiedenen Stellen in Göttingen und Northeim gekauft werden:
ver.di | Groner-Tor-Straße 32 | Göttingen
DGB | Weender Landstraße 6 | Göttingen
Roter Buchladen | Nikolaikirchhof 7 | Göttingen
05-Fanraum | Platz der Synagoge | Göttingen
IG-Metall | Teichstraße 9-11 | Northeim
Grünes Zentrum | Lange Geismarstraße 73 | Göttingen
Das Kartenkontingent ist begrenzt, also kauft euch möglichst schnell ein Ticket, damit weitere Busse gebucht werden können!
In Güntersen wird ein Frühlingsfest gegen Nazis stattfinden, das prominent unterstützt wird. Auftreten werden unter anderem das Deutsche Theater, das Göttinger Symphonieorchester und zahlreiche weitere Künstler*innen. Auch mit dabei: Merry-go-round.
Aufruf der Antifaschistischen Linken International
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Aufruf Göttinger Bündnis gegen Rechts

Für den 28. Februar 2015 ist ein Neonazi-Aufmarsch zum Gedenken an den SA-Verbrecher Horst Wessel im 600-EinwohnerInnen-Dorf Güntersen bei Göttingen angekündigt. Obwohl es in Güntersen keinerlei Bezug zu Horst Wessel gibt, wollen die Neonazis vom Ortseingang zum Dorffriedhof laufen und ausgerechnet vor dem Landgasthof Lindhorst enden, in dem der Rockerclub „Hells Angels“ seine regelmäßigen, bundesweiten Treffen abgehalten hat. Diese Willkür gipfelt darin, dass auf dem Friedhof neben dem obligatorischen Soldatendenkmal auch ein Mahnmal für die von den Nazis ermordeten sowjetischen Zwangsarbeiter steht.
Die Verantwortung vor der Geschichte der singulären nationalsozialistischen Verbrechen lässt es nicht zu, dass gerade an einem solchen Gedenkort und 70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus wieder Neonazis durch die Straßen marschieren! Wir werden es nicht zulassen, dass Neonazis unbeantwortet marschieren: weder in Güntersen, noch in Göttingen oder sonst irgendwo!
Der Anmelder des Aufmarsches, der Neonazi Mario Messerschmidt, legt seit Jahren ein aggressives und narzisstisches Verhalten an den Tag. 2008 schoss dieser in der rechtsoffenen Tabledancebar „Moonlight“ in Göttingen mit einer Pump-Gun auf „Kameraden“ und versuchte hinterher den Laden mit Molotowcocktails abzubrennen. Bei anschließenden Hausdurchsuchungen wurden bei verschiedenen Neonazis in der Region Massen an scharfen Waffen gefunden. Messerschmidt wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, die er damit zubrachte, mehrere gewaltverherrlichende Drohbriefe an politische GegnerInnen zu schreiben. Schon direkt nach der Haftentlassung tummelte er sich wieder auf Neonaziaufmärschen, ist mittlerweile Beisitzer im Bundesvorstand der Neonazi-Partei „Die Rechte“ und versucht sich nun in Güntersen zu profilieren
Die Waffenfunde wurden 2009 noch vom damaligen CDU-Innenminister Uwe Schünemann als allgemeine Affinität zu Waffen unter Neonazis verharmlost. Dass Neonazis diese Waffen aber auch einsetzen, ist spätestens mit dem Bekanntwerden des sogenannten NSU 2011 deutlich geworden, auf dessen Listen auch Ziele in Göttingen standen und der keine Stunde entfernt von hier 2006 Halit Yozgat in Kassel ermordet hat. Neonazis und ihre menschenverachtende Ideologie sind eine konkrete Bedrohung für alle, die sie sich in ihrem rassistischen Wahn zum Feindbild machen.
Der angekündigte Aufmarsch ist daher nicht allein ein Problem in Güntersen: In der ganzen Region Göttingen versuchen sich Neonazis nach Jahren wieder Stück für Stück festzusetzen. In Katlenburg erwerben Neonazis eine Immobilie, in Northeim existieren seit Jahren etablierte, organisierte Neonazistrukturen und in Göttingen-Geismar wurden Jugendliche, die eine Hakenkreuzfahne entdeckt hatten, anschließend durch die Straßen gejagt. Deshalb unterstützen wir als Göttinger Bündnis gegen Rechts die Menschen in Güntersen in ihrer Gegenwehr gegen die Neonazis. Egal wo in der Region Südniedersachsen können und werden wir es nicht zulassen, dass Neonazis wieder Fuß fassen. Dagegen setzen wir alle unseren vielfältigen Widerstand!
Wir rufen alle AntifaschistInnen und Nazi-GegnerInnen dazu auf, im Februar mit uns zusammen den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern und die Menschen in Güntersen nach allen Kräften zu unterstützen!
Göttinger Bündnis gegen Rechts, November 2014

Liste der Unterstützer*innen (Stand: 03.02.2015). Wenn ihr den Aufruf ebenfalls unterzeichnen wollt, könnt ihr das per Mail an den DGB-Vorsitzenden Lothar Hanisch (Lothar.Hanisch@dgb.de) tun.
Gruppierungen:
AKM Anatolisches Kulturzentrum Göttingen
Antifaschistische Linke International
Attac Göttingen
Basisdemokratische Linke Göttingen
Basisgruppe Medizin Göttingen
Bündnis 90/Die Grünen Fraktion der Stadt Göttingen
Bündnis 90/Die Grünen Kreistagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Göttingen
Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Göttingen
Bürgerbündnis „Bunt statt Braun“ im Landkreis Osterode am Harz e.V.
Deutsche Liga für Menschenrechte e.V.
Die LINKE. Kreisverband Göttingen
DIE LINKE. Kreistagsfraktion Göttingen
DIE LINKE. Kreisverband Northeim
DIE LINKE. Ortsverband Hann. Münden
DGB-Jugend Göttingen
DGB Kreisverband Göttingen
DGB-Region Südniedersachsen-Harz
DKP Göttingen
„Dorf mit Zukunft“ Güntersen
Frauen-Notruf e.V. Göttingen
Freie Altenarbeit Göttingen e.V.
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba Regionalgruppe Göttingen (FG BRD-Kuba-Göttingen)
GEW Kreisverband Göttingen
Göttinger Betriebsexpress
Göttinger LINKE Ratsfraktion
Göttinger Piraten Stadtratsfraktion
Groner BürgerInneninitiative Antifaschismus (Grobian)
GRÜNE JUGEND Göttingen
GRÜNE JUGEND Niedersachsen
IG BAU Ortsverein Göttingen
IG Metalljugend Süd-Niedersachsen-Harz
IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz
Integrationsrat Göttingen
Jüdische Gemeinde Göttingen
Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e.V.
Juso-Hochschulgruppe Göttingen
Jusos Göttingen
Juzi Göttingen
Linksjugend [’solid] Göttingen
MC Kuhle Wampe Göttingen
Naturfreunde Göttingen
Ortsrat Güntersen
Paritätischer Kreisverband Göttingen
RasenSportGuerilla
Rote Hilfe Göttingen
Schöner Leben Göttingen
SDAJ Ortsverein Göttingen
SDS Göttingen
SPD Stadtverband Göttingen
Supporters Crew 05 e.V. Göttingen
Umweltgewerkschaft
ver.di-Jugend Göttingen
ver.di Ortsverein Göttingen
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Göttingen
WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke
Einzelpersonen:
Jan von Alvensleben (Jugendsekretär ver.di)
Lothar Hanisch (DGB)
Patrick Humke (Ratsherr Stadt Göttingen, LaVo Die Linke Nds.)
Kirsten Klein (Ratsfrau im Rat der Stadt Hann. Münden, DIE LINKE.)
Olaf Klein (DIE LINKE. Hann. Münden)
Siegfried Lieske (Dezernent Stadt Göttingen)
Gerd Nier (Göttingen)
Lara Piepkorn (Stadtratsfraktion Göttingen Bündnis 90/Die Grünen)
Marlen & Reinhard Neubauer (Göttingen)
Meinhard Ramasawamy (Piraten Göttingen)
Günther Siedbürger (Göttingen)
Katharina Simon (Piratenpartei)
Ute Reichmann (Landkreis Göttingen)
Jürgen Trittin (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)
Angelika Ungerer
Helmhard Ungerer (Mitglied im Ortsrat Göttingen-Geismar)
Erich Wutschke (Göttingen)
Pia Zimmermann (MdB, DIE LINKE.)
Sabine Lösing (MdEP, Mitglied des Europaparlamentes, Die LINKE.)