An der Demonstration haben mehr als 100 Personen teilgenommen. Einen Bericht mit Fotos finden Sie auf der Homepage der Antifaschistischen Linken International >A.L.I.<
Den Redebeitrag der GJ Göttingen finden Sie hier.

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Demonstration: Sa., 9. Februar/13 Uhr/Gänseliesel

Den Flyer könnt ihr hier herunterladen

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Aufruf: Wir fordern Gerechtigkeit! „Euch zum Trotz werden wir Kurdistan befreien!“

Am 09.01.2013 wurden die drei Revolutionärinnen der kurdischen Freiheitsbewegung, Sakine Cansız (Sara), Fidan Doğan (Rojbîn) und  Leyla Şaylemez (Ronahî), in den Räumen des kurdischen Informationszentrums in Paris ermordet. Sakine war Gründungsmitglied der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der kurdischen Frauenbewegung. Fidan war Vertreterin des kurdischen Nationalkongresses (KNK) und Leyla Aktivistin der kurdischen Jugendbewegung. Alle drei waren wichtige Persönlichkeiten, die ihr ganzes Leben dem kurdischen Befreiungskampf widmeten.

Wir verurteilen die Morde an den drei Aktivistinnen auf das Schärfste!

Die Morde an den drei Genossinnen liegen zeitlich in einer kritischen Phase. Zu Beginn des neuen Jahres wurden erneut Gespräche zwischen dem türkischen Staat und dem seit 1999 inhaftierten Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan, aufgenommen. Dieser erneute Möglichkeit für eine friedliche Lösung des Konfliktes wurde vor allem von der kurdischen Seite voller Hoffnung begrüßt. In dieser Phase einer möglichen Annäherung wurden die drei bedeutenden Freiheitskämpferinnen kaltblütig hingerichtet. Gleichzeitig führt der türkische Staat in der Praxis ihre massive Repressionspolitik gegen die kurdische Bewegung der letzten Jahre weiter fort. Die Massenverhaftungen halten an und militärische Operationen in Nordkurdistan, sowie Luftangriffe auf die Kandilberge in Südkurdistan/Nordirak werden weiterhin durchgeführt. Allein in den ersten 16 Tagen dieses Jahres wurden 116 Menschen festgenommen und 57 inhaftiert. Bei den militärischen Operationen in Nordkurdistan/Türkei und bei Bombardierungen der Kandilberge verloren in dieser Zeit mindestens 32 Guerillakämpfer_Innen ihr Leben. Und auch die Rhetorik der türkischen AKP-Regierung ist voller Widersprüche. Auf der einen Seite gibt sie sich gesprächsbereit, auf der anderen Seite tut der türkische Ministerpräsident Erdoğan seinen Willen kund, das„unangepasste“ kurdische Volk auszuschalten.

Wir fordern eine friedliche Lösung für Kurdistan und den Nahen Osten sowie die Aufnahme der Friedensverhandlungen sowie ein Ende der Repressionen gegen kurdische Genoss_Innen auch in Europa!

Verständlicherweise erklärt die kurdische Freiheitsbewegung nun, dass die Voraussetzung für eine Aufnahme von erfolgreichen Friedensgesprächen die Aufklärung der Morde in Paris sei. Das bedeutet, die wirklichen Verantwortlichen ausfindig zu machen. Es ist offensichtlich, dass es sich bei dem Attentat um eine geplante, politische Aktion gehandelt hat. Kurze Zeit nach Bekanntwerden der Morde, noch bevor von der französischen Polizei oder einer anderen französischen Stelle einer Stellungnahme veröffentlicht worden ist, erklärte ein Sprecher der türkischen AKP-Regierung ohne jegliche Belege, dass es sich bei der Tat wohl um eine innerparteiliche Abrechnung der PKK handele. Uns stellt sich jedoch die Frage, weshalb die türkische Regierung es so eilig hatte, solch eine absurde Erklärung für den Mord zu erfinden? Auch die Behauptung des stellvertretenden Vorsitzenden der türkischen Regierungspartei AKP, Mehmet Ali Sahin, in den kommenden Tagen könne es zu ähnlichen Vorfällen auch in Deutschland kommen, wirft bei kurdischen Aktivist_Innen hierzulande die Frage auf, ob diese Aussagen als Drohung aufzufassen sind. Beide Aussagen aus den Regierungskreisen werfen unweigerlich den Verdacht einer Verstrickung der türkischen Regierung in die Morde von Paris auf. Fest steht, dass diese Morde die Handschrift der Kriegsprofiteure tragen, die an einem Frieden in Kurdistan und einem Beispiel für die friedliche Lösung von Konflikten im Nahen und Mittleren Osten kein Interesse haben. Ihr Interesse ist das Geschäft mit dem Krieg, für dessen Erhalt sie alles tun werden.

Wir fordern die lückenlose Aufklärung der Morde an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez!

Die kurdische Bevölkerung in Kurdistan, in Europa und überall auf der Welt lässt sich nicht einschüchtern. Millionen Kurd_Innen und Genoss_Innen gingen in den vergangenen Tagen auf der ganzen Welt auf die Straße. Die jüngere Schwester der 25-jährigen Leyla erklärte in ihrer bewegenden Rede auf der Großdemonstration am 12. Januar in Paris an der etwa 100.000 Menschen teilnahmen: „Euch zum Trotz werden wir Kurdistan befreien!“


Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung! 

Mit Trauer im Herzen, aber tiefer Entschlossenheit zur Fortführung unseres Widerstandes, leben Sakine, Fidan und Leyla und alle anderen gefallenen Genoss_Innen in unserem weltweiten Kampf weiter.

ŞEHİD NAMIRIN – Die Gefallenen sind unsterblich

Wir fordern:
Die lückenlose Aufklärung der Morde an Sakine CansızFidan Doğan und Leyla Şaylemez!
Eine friedliche Lösung für Kurdistan ohne
Krieg, Lügen und Unrecht!

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Organisator ist das Kurdistan Solidaritätskomitee (KSK) Göttingen

Unterstützt wird der Aufruf von:

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan
TATORT Kurdistan
GRÜNE JUGEND Göttingen
GRÜNE JUGEND Niedersachsen
Antifaschistische Linke International >A.L.I.<
Jugend Antifa Göttingen [J.A.G.]
Rote Hilfe OG Göttingen
SDAJ Göttingen
Civar Akad Stadtrat Göttingen
Stadtratsfraktion Die Linke Göttingen
ATIF – Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland
CENI-Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.
Die Linke.SDS.Göttingen
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Einen interessanten Artikel zum Hauptverdächtigen finden Sie in der Süddeutschen Zeitung
Weitere Infos: ATESH | ISKU | Tatort-Kurdistan | CENI-Interview | ARAB