antifaDie GJ Göttingen verurteilt die Beschmierung der KZ-Gedenkstätte Moringen mit faschistischen und geschichtsrevisionistischen Parolen auf das Schärfste. Die Tat ist im Zusammenhang mit der NPD-Veranstaltung am 9.01. und der allgemeinen Erstarkung neonazistischer Strukturen in Northeim selbst und im dazugehörigen Umland zu sehen.

Dass es zu diesen Schmierereien gekommen ist, ist kein Zufall. In Northeim und Umgebung kommt es seit geraumer Zeit immer wieder zu Vorfällen dieser Art. Die Schmierereien stehen in einer Linie mit dem NPD-Landesparteitag vorletztes Jahr, dem Brandanschlag auf ein kurdisches Gemüsegeschäft in dessen Vorfeld, dem Angriff auf eine Veranstaltung des „Bündnis gegen Rechts“ mit dem Journalisten Kai Budler und vielen weiteren rechten Aktivitäten.
Ein Mitglied der GJ Göttingen sagt dazu: „Ich komme selber aus Northeim, und ich muss die mittlerweile ausgeprägte rechte Jugendkultur in Northeim täglich erleben. Es ist erschreckend, 14-Jährige aus meiner Schule bei der NPD-Kundgebung wiederzusehen. Und zwar auf der Seite der Neonazis. Diese rechte Jugendszene wird kaum thematisiert, und, wenn überhaupt angesprochen, verharmlost.“

Wenn sogar Gedenkstätten, die an die Gräueltaten der Nationalsozialist*innen erinnern sollen, Anschlagsziele darstellen, dann läuft etwas fundamental falsch. Eine geeignete Reaktion auf diesen Anschlag wäre, den Besuch der KZ Gedenkstätte Moringen zu einem festen Bestandteil des Unterrichts zu machen, und eine allgemeine Debatte über geschichtsrevisionistische und neonazistische Tendenzen besonders in der jungen Northeimer Bevölkerung zu beginnen.

Die im Vergleich zu den Wahlkampfauftritten in anderen Städten mit circa 35 Neonazis (in Osterode circa 10) relativ „gut“ besuchten NPD-Kundgebung und die mit etwa 200 Personen (davon die Hälfte aus Göttingen) vergleichsweise relativ geringe Anzahl der Gegendemonstrant*innen war ebenfalls symptomatisch für die „Northeimer Zustände“.
Das traurig im Regen stehende Häuflein Neonazis wurde zwar durch Getriller und das Rufen von Parolen lächerlich gemacht, aber ein Großteil der Northeimer Bevölkerung übte sich in Desinteresse und spazierte ohne große Emotionen einfach vorbei.

Das muss sich ändern!