Demokratisierung aller Lebensbereiche – auch der Uni!
Findest du, Fähigkeiten lassen sich durch Zahlen gut beschreiben?
Muss immer eine_r besser sein?
Lernst du für dich oder für den Markt?
Wir vertreten ein emanzipatorisches Menschenbild, das heißt ein Menschenbild, das jedem Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben ermöglichen soll.
Wir wissen: unsere Gesellschaft ist von vielfältigen Herrschaftsverhältnissen durchzogen. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Nationalismus und Kapitalismus sind nur ein kleiner Teil der gewaltvollen Strukturen, die die Freiheiten der Menschen von Tag zu Tag einschränken.
Diese Strukturen gilt es aufzubrechen.
Deswegen wollen wir eine radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche. Egal ob in der Uni, der Schule, dem Betrieb oder im Verein: je mehr basisdemokratisches Handeln in dieser Gesellschaft von Anbeginn erlebt wird, desto stärker können diese Herrschaftsverhältnisse zurückgedrängt werden. Wir treten dafür ein, die Beteiligungsmöglichkeiten für alle Menschen gleichberechtigt und vereinfacht zu gewährleisten.
Bei der Entwicklung einer demokratischen und politischen Gesellschaft, müssen die Menschenin allen Lebensbereichen die Möglichkeiten zur Mitbestimmung haben und von ihren Möglichkeiten Gebrauch machen. Wenn zum Beispiel die Uni den Studierenden Raum gibt, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten und die eigenen Fähigkeiten und Meinungen zu entfalten, so würde sie mündige Individuen schaffen. Die Uni  kann der Ort sein, an dem die emanzipatorische Gestaltung der Gesellschaft erlernt und erprobt wird.
Doch ein Blick auf die Realität an deutschen Universitäten zeigt, dass diese Chance selten genutzt wird. Oft sind die internen Strukturen wenig demokratisch und nur selten haben die Studierenden direkt die Möglichkeit, bei wichtigen Entscheidungen mitzureden. Bestehende Studierendenvertretungen haben in der Realität viel zu wenig Mitspracherechte, und dass obwohl es schon nicht sonderlich demokratisch ist, wenn eine kleine Gruppe viele Leute vertreten soll.
Damit die Uni nicht nur eine Lehranstalt ist, sondern ebenso Freiräume bietet, müssen alle Beteiligten gleichberechtigt gestalten können. Die Kompetenz derer, die die Uni als prägenden Abschnitt ihres Lebens erleben, dürfen nicht auf oberflächliche Veränderungen beschränkt sein..Zum Beispiel sollte es Abstimmungen mit allen an der Uni Beteiligten über die Verteilung des finanziellen Budgets der Schule geben. Initiativen der Studierenden müssen stark gefördert und unterstützt werden. Mehr Beteiligung bedeutet aber auch, dass für Studierende eine Entscheidung über die Lerninhalte gemäß ihrer Interessen und Neigungen gewährleistet ist. Kein Mensch sollte das Gefühl haben, zum Lernen von Dingen gezwungen zu werden. Allgemein sorgt die Unterrichtsorganisation aus starren Lehrplänen, strengen Anwesenheitskontrollen und verstaubten Inhalten im 90-Minuten-Takt, dafür, dass viele Menschen eine Uni, die Zwang ausübt, satt haben. Und das obwohl Unis doch eigentlich Bildungseinrichtungen sein sollten, in denen sich jede_r selbst verwirklichen kann. Die Hierarchie zwischen Studierenden auf der einen und Dozent_innen auf der anderen Seite gehört abgeschafft.
Wir fordern ein radikal anderes Bildungssystem. Wir wollen Uni für Alle, statt eines von Abschlüssen abhängenden Zulassungssystem. Das Lernen muss demokratisch und selbstbestimmt sein, anstatt frontal und autoritär. Noten sagen nichts über die Fähigkeiten von Menschen aus, sondern sind dazu da, um einander für den Arbeitsmarkt vergleichbar zu machen und ein Konkurrenzverhältnis zu schaffen. Bildungsgebühren und der ganze andere marktliberale Unsinn gehören abgeschafft. Für uns steht die Emanzipation jedes Menschen im Vordergrund. Es sollte nicht um Karrierechancen gehen oder um eine Orientierung an kapitalistischen Verwertungslogiken, sondern um den Durst nach Wissen und Weiterentwicklung.
Dazu rufen wir schon jetzt jede Studentin und jeden Studenten auf: Gestaltet eure Uni! Gestaltet euer Leben! Gestaltet diese Gesellschaft! Denn wenn nur genug Menschen heute Änderung fordern, werden die Mächtigen das heutige System nicht auf Dauer aufrecht erhalten können. Deswegen stehen wir heute auf der Straße um diesem Wunsch auf Veränderung Nachdruck zu verleihen.
Die Uni demokratisieren bedeutet die Gesellschaft zu verändern!