Womanpower_logoWer heutzutage Kind ist, wird mit einem Geschlechterbild großgezogen, dass sich seit vielen Generationen nur oberflächlich verändert hat. Noch immer wird die Zweiteilung in Mann und Frau vorausgesetzt. Wer normal ist, ist heterosexuell.
Besonders auffällig wird dies in den Medien propagiert: Das Bild vom starken Mann und der schönen aber schwachen Frau zieht sich durch alle Bereiche des alltäglichen Lebens.
Bereits die Darstellung des Körpers ist bezeichnend. Form und Bewegungen des Körpers sind nicht nur funktional, sondern auch symbolisch belegt. Diese Symbolik spiegelt die zugeschriebenen Geschlechterrollen wider. Der Mann in den Medien zeigt seine angebliche Stärke durch körpersprachliche Zeichen der Dominanz, wie unverwandtes, direktes Anstarren, drohende Blicke oder aggressive Berührungen. Symbolische Bewertungszeichen, wie taxierende Blicke, werden durchaus auch gegenüber unbekannten Frauen in der Öffentlichkeit eingesetzt.
Die typische Frau wird hingegen zerbrechlich dargestellt. Es gibt keine entsprechenden aggressiven Gesten, sondern Zeichen der Unterlegenheit, Unterwerfung oder Anerkennung: Lächeln statt Starren, Trippeln statt Schreiten, räumliches und visuelles Ausweichen.
Auch die Mimik ist eindeutig zuzuordnen. Männer werden meist mit einem unbewegten, ausdruckslosen und undurchdringlichen Gesichtsausdruck gezeigt, der keine emotionalen Rückschlüsse zulässt. Dem gegenüber steht eine ausdrucksstarke und gefühlsbetonte Mimik von Frauen.
Es wird ein Bild von Ying und Yang gezeichnet. Der Mann wird überlegen dargestellt. Er formuliert Aussagen öfter in Form von Befehlen, Erklärungen und Forderungen, Frauen hingegen öfter in Form von Fragen und Bitten. Sie geben mehr positive Rückmeldungen, „nerven“ Männer durch emotionale Ausbrüche; zur Durchsetzung benutzen sie seltener direkte Machtmittel als indirekte.
Ein weiteres Puzzleteil ist die Einteilung in hübsch und funktional. Eine Frau hat hübsch zu sein und schicke Kleidung zu tragen, egal wie unpraktisch diese ist.
Beim Mann liegt der Schwerpunkt auf Fähigkeiten, weswegen seine Kleidung in erster Linie funktional ist.
So werden biologisch weiblichen Menschen Eigenschaften wie Machtlosigkeit, Schwäche und Emotionalität zugeschrieben. Wer stattdessen ein Y-Chromosom hat, der muss Kraft, Macht, Überlegenheit und Selbstbeherrschung verkörpern.
Die Rollenverteilung im Alltag wäre damit auch klar. Die Frau soll sich um die Familie kümmern, der Mann das Geld zum Leben verdienen. Die Frau ist sozial und ökonomisch von ihm abhängig und ihm unterstellt. Wenn auch nicht immer direkt, hat dieses konservative Rollenbild unterschwellig immer noch einen großen Einfluss in der Gesellschaft.
Betrachtet mensch für Kinder gedachte Zeichentrickserien, ist das Bild meistens noch krasser als sonst. Jungs sind die rasanten Draufgänger, das übliche Quotenmädchen ist die hübsche Begleiterin und möchte natürlich Ballettänzerin werden. Es wird ein Körperbild vermittelt, dass das unnatürliche Schönheitsideal noch verschärft, was an überproportional langen Beinen oder großen Augen deutlich wird. Auch das alte Motiv der hässlichen Hexe und der schönen Prinzessin ist heute noch oft zu finden. Dieses wird mit rassistischen Motiven wie dunkler Haut und Akzent verstärkt.
Auch wenn es glücklicherweise schon Gegenbeispiele gibt, in denen weibliche, unabhängige Hauptfiguren auftreten, haben selbst diese Frauen im Bild der Medien immer noch das Bedürfnis ihren Traumprinzen zu finden.
Nach Darstellungen von Homo- oder Trans- und Intersexualität sucht mensch vergeblich.
Dieses Bild in den Medien geht Hand in Hand mit der Zementierung des überkommenen Bildes von Geschlechtlichkeit in den Produkten der Wirtschaft. Rollenbilder werden zu Geld gemacht. Besonders Kinder werden ständig mit sexistischem Spielzeug konfrontiert. Schaut euch die kleinen Geschenke einer großen Fastfoodkette für Kinder an: Das Kind kann sich zwischen einer, natürlich rosa gekleideten, Barbie und einem mit Flammen dekorierten Mini-Rennauto entscheiden. In fast jedem für Kinder geschaffenen Spielzeug steckt eine Geschlechtszuschreibung, seien es Barbies, Puppen, Schminkköfferchen, Rennautos, Plastiksoldaten oder Werkzeug. Gerade hat der erfolgreichste Spielzeughersteller der Welt, Lego, eine neuen Themenwelt für Mädchen auf den Markt gebracht: Mit Ponys spielen und in den Schönheitssalon gehen, am besten immer im Minirock, damit werden Mädchen von frühester Kindheit an indoktriniert.
Gegen sexistische Rollenzuschreibungen!
Bierbauch-Barbies im Blaumann und Kens im rosa Minirock für alle!