Ausbeutung und systematisches Lohndumping bei Netto
Vor wenigen Tagen versammelten sich über 50 Menschen unter anderem bei der Nettofiliale in der Güterbahnhofstraße in Göttingen um dort gegen die Arbeitsbedingungen zu protestieren und die Angestellten zu ermutigen sich zu organisieren. Diese wurden forsch des Ladens verwiesen. Netto ist zwar Teil einer Tarifgemeinschaft, hält sich aber nicht an die Vereinbarungen. „Wir verurteilen, die schlechten Bedingungen, unter denen die Angestellten von Netto leiden müssen: Dass Menschen teilweise keine Pausen während ihrer Arbeitszeit machen können und dazu genötigt werden pro Schicht bis zu einer Stunde unbezahlt arbeiten zu müssen, während die gesetzlich vorgeschriebene 11-Stündige Ruhepause zwischen den Schichten nicht eingehalten werden ist eine unglaubliche Dreistigkeit!“ erklärt ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen. Damit handelt das Unternehmen im Sinne der Konkurrenz einer kapitalistisch organisierten Marktwirtschaft. Im Kampf um die Vorherrschaft in der Discounterbranche versuchen Unternehmen die Preise immer weiter zu drücken. Schlechte Arbeitsbedingungen sind in der Regel profitabler für Unternehmen, als Bedingungen, in denen die Angestellten weniger stark ausgebeutet werden. Protest gegen diese Verhältnisse wird bei Netto unter den Tisch gekehrt, Gewerkschaften vom Filialleiter als Schmuddelkinder angesehen, mit denen seine Angestellten nicht abgeben sollten. Anders ist es uns nicht zu erklären, dass der Leiter sich herausnimmt, den Angestellten zu verbieten Geschenke von Ver.di anzunehmen und den organisierten Protestierenden Hausverbote erteilt. Wer bei Netto arbeitet wird offenbar nicht nur damit konfrontiert, dass der Leiter über die eigene Arbeitskraft bestimmen will, sondern auch über andere private Aspekte des eigenen Lebens. Wir wollen alle Angestellten von Netto und allen Unternehmen, die auf ähnliche Weise mit ihren Mitarbeitern umgehen, ermutigen sich zu organisieren und Netto in die Schranken zu weisen.
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Presse:
Stadtradio Göttingen