stoppt_polizeigewaltDer NPD Landesparteitag konnte in Northeim stattfinden, ohne dass die Nazis wirklich etwas vom Protest mitbekommen haben. Eine von ver.di angemeldete Kundgebung in Sichtweite zum Tagungsort, der Stadthalle, wurde von den Behörden im Vorfeld verboten. Die Demonstrationsroute verlief dank der Behörden ebenfalls weit weg von der Stadthalle. Menschen, die aus Göttingen mit dem Zug anreisen wollten wurden vor dem Bahnhof in Göttingen durchsucht. Doch das war der Polizei offensichtlich nicht genug – in Northeim durfte niemand den Bahnhof verlassen, ohne ein zweites mal(!) durchsucht zu werden. Die meisten Angereisten wollten sich dieser Schikane nicht erneut unterziehen. Sie wurden von der Polizei vier Stunden in praller Sonne festgehalten und mehrmals ohne ersichtlichen Grund attackiert. Den Attacken folgten mehrere gewaltsame Festnahmen. Dieses Vorgehen kritisieren wir vehement! Es würde zu keinen weiteren Festnahmen kommen, wurde durch den Lautsprecherwagen der Polizei verkündet. Dies war anscheinend ein Vorwand. Kaum eine halbe Stunde später, als die Menschen wieder in Göttingen ankamen, kam es zu weiteren gewaltsamen Festnahmen.

Darüber hinaus wurde ein Verlassen des Bahnhofs unmöglich: „Die Polizei kann sich nicht einfach das Recht herausnehmen, Leute, die ihnen optisch nicht gefallen und den Bahnhof verlassen wollen, zu einer Versammlung zu deklarieren! Diesen Menschen wurde das Verlassen des Geländes verwehrt bis sich ein_E Versammlungsleiter_In meldete. Ich zweifle stark an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens“, so ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen.
Daraufhin sammelte sich tatsächlich eine Demonstration – allerdings um gegen die Repression der Polizei zu demonstrieren. Im Verlauf der Demonstration wählte der Versammlungszug eine andere Route, als die von der Polizei vorgegebene. In der Roten Straße griffen Polizeibeamte den Demonstrationszug an und beendeten damit die Versammlung gewaltsam. „Die Beamt_Innen haben massiv auf die Demonstrierenden eingeprügelt! Ich habe einige Menschen mit blutverschmierten Gesichtern gesehen und kann mich glücklich schätzen, dass ich nicht zum Opfer der wahllosen Attacken der Polizei wurde. Wenn ich daran denke, bekomme ich Angst, dass ich für das Wahrnehmen meines Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit von Polizist_Innen verprügelt werde“ sagt ein schockiertes Mitglied der GRÜNEN JUGEND Göttingen. „Die Verletzungen der Opfer der Polizeigewalt auf dieser Demonstration zeugen von der Gefahr der Prügel-Einheiten BFE, die in großer Zahl im Einsatz waren.“