stoppt_polizeigewaltPressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Göttingen vom 02. September 2010
Am 04.09. findet in der Polizeidirektion Göttingen ein Tag der offenen Tür statt. Geplant ist ein großes Familienfest mit Musik und Shows, welches die Polizei gegenüber den Bürger_Innen als nette „Freunde und Helfer“ darstellen soll.
Die GRÜNE JUGEND Göttingen stellt sich gegen diese undifferenzierte Selbstinszenierung der Polizist_Innen. Polizeigewalt ist ein immer wichtigeres Thema in der Gesellschaft, was nicht zuletzt der kürzlich veröffentlichte Bericht von Amnesty International zeigt, in welchem mitunter menschenrechtsverachtendes Verhalten der Polizei aufgedeckt wurde. Deshalb rufen wir zu einer Kundgebung vor dem Polizeigelände am 04.09. von 12 bis 15 Uhr auf, in welcher wir über das Vorgehen und besonders die Gewalt gegen Zivilist_Innen seitens der Polizei aufklären wollen.
Ironischerweise hat sich die Polizei für ihre Feier das Thema Zivilcourage ausgesucht. Wie man vom Staatsapparat behandelt werden kann, wenn man sich in ebendieser Hinsicht engagieren will, hat die GRÜNE JUGEND erst kürzlich erfahren: Unser geplantes Blockadetraining für den Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf wurde verboten, und auch auf in Bad Nenndorf selbst zeigte sich die Polizei teilweise übertrieben brutal. Selbst unbeteiligte Anwohner bekamen die Agressivität einiger Beamter zu spüren. „Wer sich entschließt, als Polizist_In zu arbeiten, sollte ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung besitzen, da man mit Situationen wie denen in Bad Nenndorf rechnen muss. Es ist die Aufgabe der Polizei, keine Personen einzusetzen, die leicht reizbar oder gewaltbereit gegenüber Demonstran_Innen sind.“ kritisiert ein Mitglied der GRÜNEN JUGEND.
Am 04.09. wird die GRÜNE JUGEND bei der Kundgebung mit einem Stand vertreten sein, an dem wir nochmals ausführlich über unser Blockadetraining und andere Erfahrungen mit der Poilzei berichten werden. Außerdem gibt es Informationen zum Bericht und der Kampagne von Amnesty International („Nichts zu verbergen – Mehr Verantwortung bei der Polizei“) und zu weiteren Fallbeispielen polizeilicher Gewalt und Unterdrückung im Raum Göttingen.